Leitbildentwicklung in Organisationen: Und was hat das mit Diversität zu tun?

Leitbildentwicklung in Organisationen: Und was hat das mit Diversität zu tun?

Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Inklusion und Antidiskriminierung sind wichtige Entwicklungsfelder in Organisationen. Wo aber beginnen mit diversitätsorientierten Veränderungen? Ein Element der Organisationsentwicklung ist die Erstellung (oder Erneuerung) von Leitbildern. Dieser Blogartikel fasst zusammen, wie bei der Entwicklung eines Leitbilds Aspekte von Diversität, Antidiskriminierung und Partizipation integriert werden können.  

Was ist ein Leitbild?

Ein Leitbild ist eine schriftliche Erklärung, die die Mission, Vision, Werte und Ziele einer Organisation zusammenfasst. Es dient als Leitfaden für Entscheidungsfindung, Verhalten und Handeln aller Mitglieder einer Organisation. Ein starkes Leitbild definiert den Zweck der Organisation, ihre langfristigen Ziele und die grundlegenden Prinzipien, nach denen sie arbeitet. Es ist ein Fahrplan, der die Richtung vorgibt und gleichzeitig Sicherheit und Orientierung bietet.

    Warum ist es sinnvoll, ein Leitbild für meine Organisation zu entwickeln? Und warum eigentlich diversitätsorientiert?

    Gesellschaftliche und organisationale Veränderungen, eine neue diverse Nutzer:innenschaft, Konflikte oder Irritationen unter Mitarbeitenden oder oder oder… Es gibt viele Gründe oder Anlässe sich mit Werten, Zielen und Praktiken der eigenen Organisation auseinanderzusetzen. Doch welchen Nutzen oder „benefit“ bietet eine Leitbildentwicklung, die Diversität, Antidiskriminierung und Partizipation fokussiert?

    1. Identitätsbildung: Ein Leitbild hilft dabei, die Identität einer Organisation zu formen und klar zu kommunizieren, was sie ausmacht und wofür sie steht. Ein diversitäts- und partizipationsorientiertes Leitbild kann dabei unterstützen, dass sich ALLE Mitarbeitenden gesehen, gehört und repräsentiert fühlen und innerbetriebliche Maßnahmen anstoßen, die Vielfalt schätzen und Diskriminierung abbauen. So werden das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Motivation der Mitglieder gestärkt.
    2. Ausrichtung von Aktivitäten: Ein klares Leitbild dient als Referenzpunkt für strategische Entscheidungen und Handlungen. Es stellt sicher, dass alle Aktivitäten und Programme der Organisation mit ihren Zielen und Werten übereinstimmen. Ein diversitätsorientierter Leitbildprozess kann von entscheidender Bedeutung und Ausgangspunkt dafür sein, um die eigenen Angebote, Dienstleistungen oder Produkte auf Ausschlüsse und Barrieren zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
    3. Externe Kommunikation und Wahrnehmung: Ein Leitbild, das Diversität mitdenkt, trägt dazu bei, das Vertrauen der Stakeholder zu gewinnen und die Organisation nach außen hin zu positionieren. Es zeigt potenziellen Partner:innen, Spender:innen und der Öffentlichkeit ihr Engagement für Inklusion, Chancengleichheit und Teilhabe und welchen Beitrag sie für eine gerechtere Gesellschaft leistet.  

    Wie gelingt ein Leitbildprozess mit Fokus auf Diversität, Antidiskriminierung und Partizipation?

    Jeder Prozess ist anders. Aus unserer Beratungspraxis haben wir hier dennoch einige Schritte zusammengefasst, die bei der Umsetzung eines Leitbildprozesses hilfreich sein können:

    1. Beteiligungsorientierung: Ein partizipativer Ansatz ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Leitbild die Bedürfnisse und Werte aller Mitglieder der Organisation widerspiegelt. Dies kann durch Workshops, Umfragen, Fokusgruppen und vor allem transparente Kommunikation erreicht werden. Durch offene Diskussionen und Dialoge können unterschiedliche Meinungen und Perspektiven zusammengeführt werden, um gemeinsame Werte und Ziele zu identifizieren. Dabei ist es wichtig, sicherzustellen, dass alle Stimmen – vor allem marginalisierte Positionen und Perspektiven – gehört werden.
    2. Diversitätsorientierung: Vor der Entwicklung des Leitbildes sollte das Thema Diversität und Antidiskriminierung auf die Agenda kommen. In einer Analyse-Phase kann der Ist-Zustand in der Organisation erhoben und im Verlauf eine gemeinsame Haltung zu Diversität entwickelt werden. Darauf aufbauend lässt sich das Leitbild formulieren und in die Maßnahmenplanung gehen.
    3. Prozessorientierung: Ein Leitbild und auch die daraus entwickelten Maßnahmen sollten nicht in Stein gemeißelt sein, sondern sich mit der Zeit weiterentwickeln und verändern können. Es ist wichtig, regelmäßig zu überprüfen, ob das Leitbild noch relevant und repräsentativ ist, und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Die im Leitbild vermittelten Haltungen müssen im Arbeitsalltag gelebt werden und dies ist ein ständiger – teilweise auch anstrengender – Prozess, der „nie fertig“ ist.

    Zum Thema Leitbildentwicklung hat das MBT eine ausführliche Broschüre mit praxisnahen Tipps sowie Methodenanregungen veröffentlicht, die Sie hier herunterladen oder bestellen können.

    Gemeinsam eine Gesellschaft der Vielen gestalten

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