Dokumentation des Fachtags

Publikation: FAQs zu Flucht und Asyl in Berlin 2017
Publikation: FAQs zu Flucht und Asyl in Berlin 2017

Die neuen FAQs zu "Flucht und Asyl in Berlin" stehen nun zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter Aktuelles.

Publikation: Community Communication

Unsere aktuelle Broschüre im Arbeitsfeld Community Communication ist erschienen: Wie lässt sich Bürgerprotest zur diskursiven Mitgestaltung im Gemeinwesen weiterentwickeln? Hier geht es zum Download. 

 
 

Grundlagen unserer Arbeit

Unsere Beratungsangebote stützen sich auf folgende Grundsätzen und Haltungen. 

Systemischer Ansatz

Das MBT Berlin verfolgt einen systemischen Ansatz. Dabei geht es primär um

  • die Stärkung von Ressourcen und Kompetenzen des Beratungsnehmenden bzw. der zu beratenden Gruppe,
  • die Analyse des sozialen Systems,
  • lösungsorientierte Selbstreflexion,
  • Prozessorientierung und
  • Hilfe zur Selbsthilfe.

Der systemische Ansatz fokussiert sich auf die Entfaltung  bisher ungenutzter Ressourcen und Potentiale. Sie drückt Wertschätzung für die Beratungsnehmenden als Expertinnen und Experten ihrer selbst aus. Dabei geht es um die ganzheitliche Betrachtung von Personen in ihrem Arbeitsumfeld - mit ihren offenen und verdeckten Zielen, aktuellen Problemen, individuellen Ressourcen und Entwicklungsherausforderungen auf Basis einer lösungsorientierten Grundhaltung.

Prozessorientierung

Um eine nachhaltige Wirksamkeit unserer Angebote zu erreichen, sind diese in der Regel in einen Beratungsprozess eingebunden. In enger Absprache mit den Beratungsnehmerinnen und -nehmern entwickeln wir am Bedarf orientierte Konzepte und gemeinsame Zielvereinbarungen. Durch dieses Vorgehen kann ein hohes Qualitätsniveau der Beratung gewährleistet und überprüft werden.

Dieser Ansatz beinhaltet

  • die Analyse der konkreten Problem- oder Konfliktlagen,
  • die Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse möglichst aller Beteiligten,
  • das Herausarbeiten von Ressourcen und Potenzialen zur Entwicklung von Lösungsstrategien und Handlungsperspektiven,
  • die Entwicklung von Rahmenbedingungen, unter denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Interessen und Perspektiven auf Augenhöhe in den Dialog treten können,
  • die Förderung von Gesprächskontakten und Entwicklung von Arbeitsbeziehungen,
  • die Einbeziehung von Minderheitenperspektiven,
  • Informationsvermittlung und Reflexionsangebote,
  • die Verankerung einer demokratischen und wertschätzenden Streitkultur sowie
  • der Aufbau von Kooperationsstrukturen.

Beispiel: Ein einzelnes Diversity-Training für die Mitarbeiter/innen einer Organisation kann zwar für den Einzelnen durchaus gewinnbringend sein. Wenn aber nicht gleichzeitig eine diversity-orientierte Team- bzw. Organisationsentwicklung mit Blick auf die Kontextbedingungen (z.B. finanzielle Ausstattung, Sozialraum, Klientel etc.) stattfindet, bleiben die erwünschten Effekte oftmals auf der individuellen Ebene. Eine darüber hinausgehende nachhaltige Einbettung fehlt. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir eine prozessorientierte Arbeitsweise.

Um die genauen Bedarfe und Entwicklungswünsche sowie das weitere Vorgehen zu klären, findet zu Beginn eines solchen Prozesses immer ein Erstgespräch mit der/dem Beratungsnehmer/in statt. Am Ende des Beratungsprozesses werden die Zielvereinbarungen gemeinsam überprüft.

Allparteilichkeit

Das MBT Berlin versteht sich nicht als politischer Akteur. Zwar tritt es aktiv für die Normen und Werte des Grundgesetzes, der Landesverfassung, maßgeblicher völkerrechtlicher Verträge sowie des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ein und orientiert sich an den Leitbildern der Stiftung SPI, der Arbeiterwohlfahrt sowie des BerlinerBeratungsnetzwerkes für Demokratieentwicklung gegen Rechtsextremismus und GruppenbezogeneMenschenfeindlichkeit.

Unsere professionellen Dienstleistungen dienen jedoch keiner politischen Strömung oder Interessengruppe. Vielmehr stellt das MBT Berlin seine externe und unabhängige Fachkompetenz grundsätzlich jeder Multiplikatorin und jedem Multiplikator aus dem Spektrum seiner Zielgruppen zur Verfügung, sofern diese/r keine Ziele verfolgt, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten. Bei der Erbringung seiner Dienstleistungen ist das MBT Berlin dem jeweiligen Auftrag und Auftraggeber/in verpflichtet bzw. in moderierender und koordinierender Rolle allparteilich.

Diversity-Ansatz

Diversity-Kompetenz ist keine Sonderkompetenz im Sinne einer Gebrauchsanweisung zum Umgang mit "Fremden". Sie ist eine allgemeine soziale Kompetenz, bei der es darum geht, einzelne Menschen nicht als Stellvertreter/innen für eine bestimmte Gruppe zu behandeln, sondern sie als Individuen wahr- und ernst zu nehmen.

Diversity bedeutet in diesem Zusammenhang Vielfalt und bezieht sich auf verschiedene Dimensionen des menschlichen Zusammenlebens: Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Hautfarbe, Behinderung, sexuelle Identität und Religion bzw. Weltanschauung. Aber auch Familienstand, Elternschaft, sozialer Hintergrund und Milieu spielen eine wichtige Rolle.

Es geht bei diesem Ansatz nicht um das Einüben von Toleranz, sondern um Anerkennung und das Erlernen eines aktiven Umgangs mit Differenz, wozu auch Selbstreflexion und das kritische Hinterfragen der persönlichen Normalitätsvorstellungen gehören.

Der Diversity-Ansatz trägt gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung, die mit komplexer und heterogener werdenden Milieus, kollektiven und individuellen Identitätsentwürfen einhergehen. Diese Tendenzen spiegeln sich auch in der Schüler/innenschaft, unter den Eltern, Pädagog/innen, beim Schulpersonal und im Sozialraum der Schule wider.

Hier finden Sie das Diversity-Rad des MBT Berlin mit Anleitung.

Unser Arbeitsgebiet ist die Förderung des Zusammenlebens in Vielfalt auf der Grundlage der geltenden menschenrechtlichen und Verfassungsnormen sowie die Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Hasskriminalität sowie Ideologien und Kampagnen, die eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nach Gruppenzugehörigkeiten behaupten.

Besonders nachhaltig ist diese Auseinandersetzung in der Regel, wenn sie sich nicht ausdrücklich gegen etwas richtet, sondern Kompetenzen, Verfahren und Strukturen stärkt bzw. optimiert.

  • FÜR einen wertschätzenden und konstruktiven Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit,
  • FÜR bürgerschaftliche Partizipation und verantwortliche Teilhabe,
  • FÜR eine Kultur der Anerkennung und Chancengerechtigkeit.

Der grundsätzliche Arbeitsschwerpunkt des MBTs Berlin ist deshalb die zukunftsorientierte Gestaltung von Vielfalt als Ressource für die gesellschaftliche Entwicklung sowie die Förderung von Demokratiekompetenz und verantwortlicher Partizipation.

Arbeit gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Das MBT Berlin arbeitet mit dem Begriff der "GruppenbezogenenMenschenfeindlichkeit" (GMF). Der Begriff wurde von dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer geprägt und fasst unterschiedliche Einstellungsmuster, die eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nach Gruppenzuordnungen behaupten, in ein integratives Konzept.

Dabei definiert die Forschungsgruppe um Heitmeyer diese Oberkategorie feindseliger Haltungen und Verhaltensmuster gegenüber als "anders" wahrgenommenen Menschengruppen als ein Syndrom: Wer Menschen verschiedenen "Rassen" zuordnet und andere "Rassen" gegenüber der "eigenen" abwertet, neigt zumeist auch zu kulturellem und nationalem Chauvinismus, zur Ablehnung von Juden, Muslimen, Homosexuellen, sozialen Randgruppen usw.

Diskriminierende Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster sind bis weit in die "Mitte der Gesellschaft" und in so gut wie allen Milieus – ohne, aber auch mit Migrationshintergrund – verbreitet. Mit ihnen gehen ideologische Konstruktionen von "Fremdheit" und stereotype Zuschreibungen einher, die auf die jeweils "Anderen" projiziert werden. Der GMF-Ansatz ermöglicht es, die einzelnen Erscheinungsformen vorurteilsmotivierter Verhaltensweisen zwar sachlich differenziert, aber in ihrem inhaltlichen Zusammenhang situationsangemessen zu bearbeiten.

News

 
 

Kontakt:
Mo - Fr, 9 - 17 Uhr

Tel:  030.41 72 56 - 28 oder
         030.44 23 71 8
Fax: 030.44 03 41 46

E-Mail:  mbtberlin[at]stiftung-spi.de

MBT Flyer 2017

Das Mobile Beratungsteam Berlin ist ein Projekt der

Stiftung SPI

Förderer und Zuwendungsgeber

Demokratie leben!
Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung
LADS
 
Landesprogramm jugendnetz-berlin

Diese Seite wird gehostet durch das Landesprogramm jugendnetz-berlin:
http://www.jugendnetz-berlin.de

Copyright © MBT Berlin 2018