Publikation: Community Communication

Unsere aktuelle Broschüre im Arbeitsfeld Community Communication ist erschienen: Wie lässt sich Bürgerprotest zur diskursiven Mitgestaltung im Gemeinwesen weiterentwickeln? Hier geht es zum Download. 

Digitale Formate
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Der Gesundheit zuliebe: Unser Angebot gibt es jetzt auch digital!
Gesprächsanker
Gesprächsanker
für den Umgang mit demokratiefreindlichen und diskriminierenden Äußerungen - zum Download
 
 

Grundlagen unserer Arbeit

Unsere Beratungsangebote stützen sich auf folgende Grundsätze und Haltungen. 

Systemischer Ansatz

Das MBT Berlin verfolgt einen systemischen Ansatz. Dabei geht es primär um

  • die Stärkung von Ressourcen und Kompetenzen der Beratungsnehmenden bzw. der zu beratenden Gruppe,
  • die Analyse des sozialen Systems,
  • lösungsorientierte Selbstreflexion,
  • Prozessorientierung und
  • Hilfe zur Selbsthilfe.

Der systemische Ansatz fokussiert auf die Entfaltung  bisher ungenutzter Ressourcen und Potentiale. Den  Beratungsnehmenden begegnet das MBT mit Wertschätzung als Expertinnen und Experten ihrer selbst. Dabei erfolgt eine ganzheitliche Betrachtung von Personen in ihrem Arbeitsumfeld - mit ihren offenen und verdeckten Zielen, aktuellen Herausforderungen und individuellen Ressourcen auf Basis einer lösungsorientierten Grundhaltung.

Prozessorientierung

Um eine nachhaltige Wirksamkeit unserer Angebote zu erreichen, sind diese in der Regel in einen Beratungsprozess eingebunden. In enger Absprache mit den Beratungsnehmerinnen und -nehmern entwickeln wir am Bedarf orientierte Konzepte und gemeinsame Zielvereinbarungen. Durch dieses Vorgehen kann ein hohes Qualitätsniveau der Beratung gewährleistet und überprüft werden.

Dieser Ansatz beinhaltet

  • die Analyse der konkreten Problem- oder Konfliktlagen,
  • die Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse möglichst aller Beteiligten,
  • das Herausarbeiten von Ressourcen und Potenzialen zur Entwicklung von Lösungsstrategien und Handlungsperspektiven,
  • die Entwicklung von Rahmenbedingungen, unter denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Interessen und Perspektiven auf Augenhöhe in den Dialog treten können,
  • die Förderung von Gesprächskontakten und Entwicklung von Arbeitsbeziehungen,
  • die Einbeziehung von Minderheitenperspektiven,
  • Informationsvermittlung und Reflexionsangebote,
  • die Verankerung einer demokratischen und wertschätzenden Streitkultur sowie
  • den Aufbau von Kooperationsstrukturen.

Beispiel: Ein einzelnes Diversity-Training für die Mitarbeiter/innen einer Organisation kann zwar für die Einzelnen durchaus gewinnbringend sein. Wenn aber nicht gleichzeitig eine diversityorientierte Team- bzw. Organisationsentwicklung mit Blick auf die Kontextbedingungen (z.B. finanzielle Ausstattung, Sozialraum, Klientel etc.) stattfindet, bleiben die erwünschten Effekte oftmals auf der individuellen Ebene. Eine darüber hinausgehende nachhaltige Einbettung fehlt. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir eine prozessorientierte Arbeitsweise.

Um die genauen Bedarfe und Entwicklungswünsche sowie das weitere Vorgehen zu klären, findet zu Beginn eines solchen Prozesses immer ein Erstgespräch mit der/dem Beratungsnehmer/in statt. Am Ende des Beratungsprozesses werden die Zielvereinbarungen gemeinsam überprüft.

Allparteilichkeit

Das MBT Berlin versteht sich nicht als politischer Akteur. Zwar tritt es aktiv für die Normen und Werte des Grundgesetzes, der Landesverfassung, maßgeblicher völkerrechtlicher Verträge sowie des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ein und orientiert sich an den Leitbildern der Stiftung SPI, der Arbeiterwohlfahrt sowie des Berliner Beratungsnetzwerkes für Demokratieentwicklung gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Unsere professionellen Dienstleistungen dienen jedoch keiner politischen Strömung oder Interessengruppe. Vielmehr stellt das MBT Berlin seine externe und unabhängige Fachkompetenz grundsätzlich jeder Multiplikatorin und jedem Multiplikator aus dem Spektrum seiner Zielgruppen zur Verfügung, sofern diese/r keine Ziele verfolgt, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten. Bei der Erbringung seiner Dienstleistungen ist das MBT Berlin dem jeweiligen Auftrag und Auftraggeber/in verpflichtet bzw. in moderierender und koordinierender Rolle allparteilich.

Diversity-Ansatz

Diversity-Kompetenz ist keine Sonderkompetenz im Sinne einer Gebrauchsanweisung zum Umgang mit "Fremden". Sie ist eine allgemeine soziale Kompetenz, bei der es darum geht, einzelne Menschen nicht als Stellvertreter/innen für eine bestimmte Gruppe zu behandeln, sondern sie als Individuen wahr- und ernst zu nehmen.

Diversity bedeutet in diesem Zusammenhang Vielfalt und bezieht sich auf verschiedene Dimensionen des menschlichen Zusammenlebens: Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Hautfarbe, Behinderung, sexuelle Identität und Religion bzw. Weltanschauung - Merkmale, die besonders betroffen und daher gesetzlich geschützt sind. Aber auch Familienstand, Elternschaft, sozialer Hintergrund und Milieu spielen eine wichtige Rolle.

Es geht bei diesem Ansatz nicht um das Einüben von Toleranz, sondern um Anerkennung und das Erlernen eines aktiven Umgangs mit Differenz, wozu auch Selbstreflexion und das kritische Hinterfragen der persönlichen Normalitätsvorstellungen gehören.

Hier finden Sie das Diversity-Rad des MBT Berlin mit Anleitung.

Unser Arbeitsgebiet ist die Förderung des Zusammenlebens in Vielfalt auf der Grundlage der geltenden menschenrechtlichen und Verfassungsnormen sowie die Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Hasskriminalität sowie Ideologien und Kampagnen, die eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nach Gruppenzugehörigkeiten behaupten.

Besonders nachhaltig ist diese Auseinandersetzung in der Regel, wenn sie sich nicht ausdrücklich gegen etwas richtet, sondern Kompetenzen, Verfahren und Strukturen stärkt bzw. optimiert.

  • FÜR einen wertschätzenden und konstruktiven Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit,
  • FÜR bürgerschaftliche Partizipation und verantwortliche Teilhabe,
  • FÜR eine Kultur der Anerkennung und Chancengerechtigkeit.

Der grundsätzliche Arbeitsschwerpunkt des MBTs Berlin ist deshalb die zukunftsorientierte Gestaltung von Vielfalt als Ressource für die gesellschaftliche Entwicklung sowie die Förderung von Demokratiekompetenz und verantwortlicher Partizipation.

Arbeit gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Das MBT Berlin arbeitet mit dem Begriff der "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" (GMF). Der Begriff wurde von dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer geprägt und fasst unterschiedliche Einstellungsmuster, die eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nach Gruppenzuordnungen behaupten, in ein integratives Konzept.

Dabei definiert die Forschungsgruppe um Heitmeyer diese Oberkategorie feindseliger Haltungen und Verhaltensmuster gegenüber als "anders" wahrgenommenen Menschengruppen als ein Syndrom: Wer Menschen verschiedenen "Rassen" zuordnet und andere "Rassen" gegenüber der "eigenen" abwertet, neigt zumeist auch zu kulturellem und nationalem Chauvinismus, zur Ablehnung von Jüdinnen und Juden,  Musliminnen und Muslimen, Homosexuellen, sozialen Randgruppen usw.

Diskriminierende Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster sind bis weit in die "Mitte der Gesellschaft" und in so gut wie allen Milieus – ohne, aber auch mit Migrationshintergrund – verbreitet. Mit ihnen gehen ideologische Konstruktionen von "Fremdheit" und stereotype Zuschreibungen einher, die auf die jeweils "Anderen" projiziert werden. Der GMF-Ansatz ermöglicht es, die einzelnen Erscheinungsformen vorurteilsmotivierter Verhaltensweisen zwar sachlich differenziert, aber in ihrem inhaltlichen Zusammenhang situationsangemessen zu bearbeiten.

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E-Mail:  mbtberlin[at]stiftung-spi.de

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