Methoden

Um eine nachhaltige Wirksamkeit der Angebote zu erreichen, sind diese in der Regel in einen Beratungsprozess eingebunden. In enger Absprache mit den Beratungsnehmerinnen und Beratungsnehmern entwickelt das  MBT Berlin am Bedarf orientierte Konzepte und gemeinsame Zielvereinbarungen.

Moderierender Ansatz

Wir stehen für einen offen moderierenden Ansatz aufsuchender Demokratieförderung – in der, mit der und für die "Mitte der Gesellschaft". Dieser Arbeitsansatz stellt mit einem breiten inhaltlichen Bezugsrahmen die Gestaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in den Vordergrund.

Dieser Ansatz beinhaltet:

  • Erkundung und Betrachtung der konkreten Problem- oder Konfliktlage der maßgeblichen Akteurinnen und Akteure, Interessen und Bedürfnisse sowie der Ressourcen und Potenziale zur Bewältigung der Probleme oder Herausforderungen
  • Entwicklung von Rahmenbedingungen, unter denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Interessen und Perspektiven auf gleicher Augenhöhe in einen Dialog treten können
  • Knüpfung bzw. Förderung von Gesprächskontakten und Entwicklung von Arbeitsbeziehungen zu und zwischen den maßgeblich beteiligten Akteurinnen und Akteure, wobei auf die Einbeziehung von Minderheitenperspektiven geachtet wird
  • Informationsvermittlung und Reflexionsangebote auf dem gemeinsamen Weg der Konsenssuche
  • Verankerung einer demokratischen und wertschätzenden Streitkultur
  • Erarbeitung konkreter Handlungsperspektiven und Aufbau von Kooperationsstrukturen

Prozessorientierte Arbeitsweise

Um eine nachhaltige Wirksamkeit unserer Angebote zu erreichen, sind diese in der Regel in einen Beratungsprozess eingebunden. In enger Absprache mit den Beratungsnehmerinnen und -nehmern entwickeln wir am Bedarf orientierte Konzepte und gemeinsame Zielvereinbarungen. Durch dieses Vorgehen kann ein hohes Qualitätsniveau der Beratung gewährleistet und überprüft werden.

Beispiel: Ein einzelnes Diversity-Training für die Mitarbeitenden einer Organisation kann zwar für den Einzelnen durchaus gewinnbringend sein. Wenn aber nicht gleichzeitig eine diversity-orientierte Team- bzw. Organisationsentwicklung mit Blick auf die Kontextbedingungen (z.B. finanzielle Ausstattung, Sozialraum, Klientel etc.) stattfindet, bleiben die erwünschten Effekte oftmals auf der individuellen Ebene. Eine darüber hinausgehende nachhaltige Einbettung fehlt. Vor diesem Hintergrundbevorzugen wir prozessorientierte Arbeitsweisen.

Am Ende des Beratungsprozesses findet eine gemeinsame Überprüfung der Zielvereinbarung statt.

Das MBT Berlin ist berlinweit tätig. Die Beraterinnen und Beratern kommen auf Anfrage gerne für eine Beratung zu Ihnen in Ihre Einrichtung.

Unabhängige Fachkompetenz

Das MBT Berlin versteht sich nicht als politischer Akteur. Zwar tritt es aktiv für die Normen und Werte des Grundgesetzes, der Landesverfassung, maßgeblicher völkerrechtlicher Verträge sowie des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ein und orientiert sich an den Leitbildern der Stiftung SPI, der Arbeiterwohlfahrt sowie des BerlinerBeratungsnetzwerkes für Demokratieentwicklung gegen Rechtsextremismus und GruppenbezogeneMenschenfeindlichkeit.

Unsere professionellen Dienstleistungen dienen jedoch keiner besonderen politischen Strömung oder Interessengruppe. Vielmehr stellt das MBT Berlin seine externe und unabhängige Fachkompetenz grundsätzlich jeder Multiplikatorin und jedem Multiplikator aus dem Spektrum seiner Zielgruppen zu Verfügung, sofern diese/r keine gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichteten Ziele verfolgt. Bei der (i. d. R. kostenneutralen) Erbringung seiner Dienstleistungen ist das MBT Berlin dem jeweiligen Auftrag und Auftraggeber/in verpflichtet bzw. in moderierender und koordinierender Rolle allparteilich.

Vielfalt als Ressource

Unser Arbeitsgebiet ist die Förderung des Zusammenlebens in Vielfalt auf der Grundlage der geltenden menschenrechtlichen und Verfassungsnormen sowie die Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Hasskriminalität sowie Ideologien und Kampagnen, die eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nach Gruppenzugehörigkeiten behaupten.

Besonders nachhaltig ist diese Auseinandersetzung in der Regel, wenn sie sich nicht ausdrücklich gegen etwas richtet, sondern Kompetenzen, Verfahren und Strukturen stärkt bzw. optimiert.

  • FÜR einen wertschätzenden und konstruktiven Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit,
  • FÜR bürgerschaftliche Partizipation und verantwortliche Teilhabe,
  • FÜR eine Kultur der Anerkennung und Chancengerechtigkeit.

Der grundsätzliche Arbeitsschwerpunkt des MBTs Berlin ist deshalb die zukunftsorientierte Gestaltung von Vielfalt als Ressource für die gesellschaftliche Entwicklung sowie die Förderung von Demokratiekompetenz und verantwortlicher Partizipation.

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Das MBT Berlin arbeitet mit dem Begriff der "GruppenbezogenenMenschenfeindlichkeit" (GMF). Der Begriff wurde von dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer geprägt und fasst unterschiedliche Einstellungsmuster, die eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nach Gruppenzuordnungen behaupten, in ein integratives Konzept.

Dabei definiert die Forschungsgruppe um Heitmeyer diese Oberkategorie feindseliger Haltungen und Verhaltensmuster gegenüber als "anders" wahrgenommenen Menschengruppen als ein Syndrom: Wer Menschen verschiedenen "Rassen" zuordnet und andere "Rassen" gegenüber der "eigenen" abwertet, neigt zumeist auch zu kulturellem und nationalem Chauvinismus, zur Ablehnung von Juden, Muslimen, Homosexuellen, sozialen Randgruppen usw.

Diskriminierende Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster sind bis weit in die "Mitte der Gesellschaft" und in so gut wie allen Milieus – ohne, aber auch mit Migrationshintergrund – verbreitet. Mit ihnen gehen ideologische Konstruktionen von "Fremdheit" und stereotype Zuschreibungen einher, die auf die jeweils "Anderen" projiziert werden. Der GMF-Ansatz ermöglicht es, die einzelnen Erscheinungsformen vorurteilsmotivierter Verhaltensweisen zwar sachlich differenziert, aber in ihrem inhaltlichen Zusammenhang situationsangemessen zu bearbeiten.

Diversity-Ansatz

Diversity-Kompetenz ist keine Sonderkompetenz im Sinne einer Gebrauchsanweisung zum Umgang mit "Fremden". Sie ist eine allgemeine soziale Kompetenz, bei der es darum geht, einzelne Menschen nicht als Stellvertreter/innen für eine bestimmte Gruppe zu behandeln, sondern sie als Individuen wahr- und ernst zu nehmen.

Diversity bedeutet nämlich Vielfalt und bezieht sich auf verschiedene Dimensionen des menschlichen Zusammenlebens: Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Hautfarbe, Behinderung, sexuelle Identität und Religion bzw. Weltanschauung. Aber auch Familienstand, Elternschaft, sozialer Hintergrund und Milieu spielen eine wichtige Rolle.

Es geht bei diesem Ansatz nicht um das Einüben von Toleranz, sondern um Anerkennung und das Erlernen eines aktiven Umgangs mit Differenz, wozu auch Selbstreflexion und das kritische Hinterfragen der persönlichen Normalitätsvorstellungen gehören.

Der Diversity-Ansatz trägt gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung, die mit komplexer und heterogener werdenden Milieus, kollektiven und individuellen Identitätsentwürfen einhergehen. Diese Tendenzen spiegeln sich auch in der Schüler/innenschaft, unter den Eltern, Pädagog/innen, beim Schulpersonal und im Sozialraum der Schule wider.

Hier finden Sie das Diversity-Rad des MBT Berlin mit Anleitung.

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